Diverse Verbindlichkeiten

Von der krisis zur krasis– Omnia corpora in quibusdam conveniunt

Wo die Reden von kommunitärer Verbindlichkeit inflationär – und die Krisis der Dezision für politisches Wissen wieder attraktiv – werden, sollte ein Denken des Politischen frohen Schrittes und Mutes das Weite suchen. Jenseits der Ruhigstellungen in den regulativen Techniken des Humanwissenschaftlichen und Häuslichen werden so andere Fragen an das soziale Band möglich, an die Agenten und Katalysatoren seiner tonalen Mischung (krasis), an seine experimentell hergestellten virtuellen Gelenke (harmos/brisure) und an seine materielle Verfasstheit. Das erfordert ein Befassen mit den grammatischen und logischen, textuellen und strukturalen, ökonomischen und rhetorischen Faltungen der Ensembles. Ebenso muss ihre Umtriebigkeit und Differenzierungsmächtigkeit innerhalb von Immanenz und Kontingenz sondiert werden. Im Nachzeichnen solcher metabolischer Spannungen sind freundliche Begleiter unverzichtbar, etwa Spinoza, Chrysipp oder Bellmer. Die so elaborierten Ergebnisse können dann vom Leser als Inputteile für unwahrscheinliche Maschinen verwendet werden, um neue Stile in den Transmissionen zu fräsen.

Andreas Leopold Hofbauer for Passagen Verlag (1998)

Ökonomien der Sprache

Vom nomos zum tonos – … the machine is still to simple …

Das Scheitern polizeilicher Topologie, hermeneutischer Versammlung von Heimlichkeiten sowie technokratischer Vermessenheiten lassen ein gegenstrebiges band der Fügung und der nicht-reaktiven entscheidung durchtönen und weisen somit auf das tonlose Sprechen einer anderen Ökonomie.

Andreas Leopold Hofbauer for Passagen Verlag 1995

Ron, Hunter y el chicote

Und wenn Sie nach Big Sur kommen, schauen Sie auf ein Bier vorbei. Es gibt hier nicht viel zu tun, deshalb habe ich angefangen die Leute hierher einzuladen und sie mit meiner Reitgerte ins Koma zu peitschen. Zwischen diesen Besuchen arbeite ich am Großen Puerto-Rico-Roman. Warten Sie’s ab.

(Hunter S. Thompson an Norman Mailer am 1. Februar 1962)

Epilogue by Johnny Depp & some letters of Hunter S. Thompson translated by Andreas L. Hofbauer for the new German edition of RUM DIARY at Blumenbar Verlag (2010)

Die Stimme der Verbraucher (aka Dutschke Springer Hofbauer)

Foto: Henry Mex (click on pic 4 full size!)

if you die in your dreams, your life will be free of worries

Mag auch der Titel [if you die in your dreams your life will be free of worries, 2005, photographies of a model for an installative work] sich auf traditionelle Glaubensinhalte sibirischer Nomaden beziehen: In unseren und für unsere Traumbilder sind wir längst schon gestorben; oder besser: Die Bilder betrachten uns von nun an als ihre Hinterbliebenen. Im so genannten Leben hat sich die Sorge verflüchtigt. Doch in freier Anspielung an eine Sorge, die einmal die eines Hausvaters gewesen sein mag, dessen Erbe wir allemal mit uns weiterschleppen, insistiert unausgesprochen die Gewissheit, dass alles was stirbt zuvor eine Art Ziel verfolgte, also eine Art Tätigkeit gehabt hat, an der es sich im Lauf der Zeit zerrieb. — Somit ist dann auch die Vorstellung an ein solches Überleben (sur-vivre ) der Bilder eine fast schmerzliche.

Andreas L. Hofbauer for Andreas Templin (2005-2007)

Sighs from the Dephts

„Sesam öffne dich“, nochmals sei’s gesagt, und zeig uns eine dritte Generation. Lass uns eine Wiese sehen, auf der Inseln von Buschwerk treiben. Wie makellos scheint diese grüne Kraft – wie reich die knospenden Gebüsche, die gleich Wällen die Möglichkeit des Eindringens verhindern, während sie zugleich durch ihre Anordnung und Verteilung etwas abschatten, was man Rasensalons und Foyers zu nennen geneigt sein darf – waldige Galerien und Kabinette. Manche dieser Schlupfwinkel tun sich einem plötzlich auf, als ob eine Schlange vorbei glitte, unerwartet, gleich einem verschwiegenen Alkoven. Wasserklausen und Krypten an den Gestaden eines Waldsees, entstanden aus den Kaprizen und dem Hin und Her der üppigen Büsche. Manche von ihnen sind so klein und so verschwiegen, dass man meinen könnte, sie seien Boudoirs. Hier ist eines, das in einem weniger unbeständigen Klima, ein wunderbares Atelier für einen Dichter böte, wo er Nachts aus seinem einsamen Herzen die Seufzer irgendeiner leidenschaftlichen Erinnerung hervorpressen möchte! An einer Ecke dieses Laubenstudios öffnet sich ein kleiner enger Gang, welcher, nachdem er beinahe verspielt labyrinthisch zu seinem Ausgangspunkt zurückgeführt hat, sich schließlich zu einer ringförmigen Kammer erweitert. Aus dieser heraus gibt es keinen Ausweg (es sei denn auf dem Wege, den man gekommen war), weder einen verstohlenen noch einen großartigen. Dies wäre nun ein reizendes Schlafgemach für den Dichter; dort könnte er den ganzen Sommer über ruhen und Nächte lang die flammenden Heerscharen über den Himmel ziehen sehen. Wie still wär’ es da im Sommer zur Mitternacht, so still wie in einem Grabe.

(Thomas de Quincey, Suspiria de Profundis)

“L’homme y passe à travers des forêts de symboles” (Charles Baudelaire)

A passage out of Suspiria de Profundis by Thomas de Quincey translated by Andreas L. Hofbauer into German.

peng! # 6 OUT NOW!

Read the article “pattern recognition, failed but …” by the author now in the new print edition of PENG! a magazine for fashion, music, art and hair. About dandyism, Winnie the Pooh, top hats, the Happy Prince and bream in saffron at the formidable Nautile in Oran / Algeria.


Andreas L. Hofbauer (2009) for peng!

Sleep Twitch – Stall und Stellung


A short clip from the lecture given @ Sophiensaele (December 18th, 2009)

(Vid by Marold L. Philippsen, Pics by Laura López Paniagua)

No Hopper!

Soundtrack for the work of Andreas L. Hofbauer since years.

No resurrection without Alexander Christou!

(Photo: Kristina Loos)

Stofferotik – Erotics of Fabric


Slideshow and reading

The author Andreas L. Hofbauer for Pecha Kucha Berlin (# 16) at Festsaal Kreuzberg Berlin/ December 15th, 2009.
Many thanx to Laura López Paniagua for sampling and choosing the pics with me!

Dark Interpreter

“The interpreter is anchored and stationary in my dreams; but great storms and driving mists cause him to fluctuate uncertainly, or even to retire all together, like his gloomy counterpart the shy Phantom of the Brocken – and to assume new features or strange features, as in dreams always there is a power not contained with reproduction, but which absolutely creates or transforms. This dark being the reader will see again in a further stage of my opium experience; and i warn him that he will not always be found sitting inside my dreams , but at times outside, and in open daylight.” (Thomas De Quincey, Suspiria de Profundis)

Gravestone of Thomas De Quincey in Edinburgh

TheaterPeripherien

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The author plays for high stakes, but only minimises his losses.

Über Zeugen und Zucht aka horse, missing (Videos und Slideshow)

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Slideshow

Videos coming soon!

Special thanks to Mario Itirasaka (Camera and Editing) and Kathrin Dollinger (Production)

4.2.7

Über Zeugen und Zucht aka horse, missing (Text)

Ich_und-Bär

Frage :
Also ich gestehe ganz offen, dass mir die Parallelisierungen und Verschiebungen, die Sie hier vorbringen immer rätselhafter werden. Trotzdem: Was hat es denn nun mit diesen Pferden auf sich, die Sie uns hier beständig vor Augen führen?

Andreas L. Hofbauer :
Ja nun – die Pferde. Soviel gäbe es dazu zu sagen, wozu ich aber keine Zeit finden werde. Pferde sind ja Tiere die das Weite suchen. Keine Höhlenbewohner. Deshalb drängten sie sich mir auch auf in diesem Zusammenhang auf oder ich ließ mich auch von ihnen mitreißen. Zähmung, Domestizierung und Zucht – an sich schon erstaunliche und bemerkenswerte Gebiete – ließen sich hier ausmessen. Wie ein roter Faden zieht sich vor allem durch die totalitär-ideologische Kunst das Bild des gebändigten Pferdes. Selbst noch das “springende Pferd” Thoraks hat noch etwas von gewaltsamer Zähmung und Zügelung an sich. Dioskuren führen allüberall die Rosse, zwingen sie in Façon.
Doch ich will mich gar nicht darüber verbreitern. Und ich kann mich hier auch nicht auf die schrecklichen weißen Pferde aus den Alpträumen von Kubins Anderer Seite einlassen, welche die Nachtseite der Domestikation sind oder auf die Pferde aus John Hustons Film Misfits, in denen sich eine blonde Marylin Monroe am Ende selber erkennt. Es mag das Bild Johann Heinrich Füsslis in diesem Zusammenhang genügen, welches Sie hier sehen können. Eine Kopie desselben Bildes hing schließlich auch im Behandlungszimmer Sigmund Freuds in der Berggasse. Was vom Vergleich, das Ich verhalte sich zum Es, wie der Reiter zum Pferd zu halten sei, überlasse ich Ihnen. Was es hier also zu bändigen gab und worüber man sich dabei hysterisch täuschte, welche Rosstäuscherei also in der Tat im Gange war, kann nur an anderer Stelle ausgeführt werden.


Andreas L. Hofbauer (2009) about some manoeuvres of Josef Thorak, lecture-performance in Munich 2009 for the stage productionIk spek Menkenspak