Solve et Coagula

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In Pan’s Camp

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The author performed a magickal working (ergon) in Vienna to safeguard peace and mutual respect between two great nations!

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Bitte bei Totleben klingeln!

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Die griechische Antike nannte die Ventriloquisten engastrimanteis, solche also, die ihre Reden aus dem Magen (gaster) oder gar tieferen Regionen ihrer Leiber erklingen ließen. Totleben wirft seine Reden. An Wände, in Schauspielerinnen hinein, in Witwen hinein, als Schweigen auf die Körper schöner Frauen, als Flaschenpost ins Schleppnetz. Er wird uns alle überlebt haben.

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All pics by Wonderloch Kellerland.

Wir sind hier nicht zum Spass!

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Dienstag, 9. Juli 2013, 19 Uhr
Elektronische Lebensaspekte

Talk mit Sandra Mamitzsch, Joachim Blank, Robert Henke aka monolake. Moderation: Andreas L. Hofbauer

“Future is now!” propagierte Captain Space Sex Mitte der 90er Jahre vielfach während seiner Performances. In Berlin entstand zu der Zeit mit dem Projekt Internationale Stadt eines der ersten digitalen sozialen Netzwerke und die Installation Wonga machte den Umgang mit elektronischen Klängen intuitiv. Aspekte von Wonga finden sich auch in der daraus entstandenen Software Ableton Live. Das Programm zählt seit Jahren weltweit zum Standardprogramm elektronischer Musikerzeugung und die Macht digitaler sozialer Netzwerke ist nicht erst seit dem Facebook-Börsengang offensichtlich. Ist die Saat also aufgegangen? Oder gibt es auch Schattenseiten dieser Entwicklungen? Hat sich elektronische Musik in den letzten Jahren nicht zunehmend verflacht? Sind wir in einer Zukunft angekommen, in der dabeisein wirklich alles geworden ist oder gibt es noch Raum für klangliche, technische und soziale Utopien?

Andreas L. Hofbauer moderated a panel with Sandra Mamitzsch, Robert Henke und Joachim Blank. This took place within the framework of the exhibition “Wir sind hier nicht zum Spass”, curated by Paul Paulun and Stéphane Bauer at Kunsthaus Bethanien Kreuzberg

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Pics by Torsten Oetken (Sensor/Holodeck) and Kate Erhardt (panel discussion)

Hear Us O Lord from Heaven Thy Dwelling Place

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“Als ich heute morgen aus dem Bett aufstand, war mir, als stände ich nach dem Essen vom Tisch auf.
– völlig vergessen, ob auf der Toilette gewesen oder nicht.
– schließlich auch egal; fünf volle Tage – Folge: Rückenschmerzen – kein Wunder; auch Zähne vergessen, hasse Zähne, brummle fortwährend halbe Sätze wie – Wenn ich nur wüßte … das kann doch nicht sein …”

“Lachend beugten wir uns über den Bach und tranken.”

¡No se puede vivir sin amar!

(Malcolm Lowry, Hör uns, o Herr, der Du im Himmel wohnst, ins Deutsche übertragen von Susanna Rademacher)

One upon a time … Town: Berlin, Year: 2000, Month: April

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Austrian Psycho Nights, 2000, April 14th and 15th

The sound of a door opening

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An den Fenstern der Loge sind Blenden angebracht, die bis zur Augenhöhe der Häftlinge reichen, sodass diese, was immer sie unternehmen, nicht über sie hinwegblicken können.

Um das Durchscheinen des Lichts zu verhindern, durch das die Gefangenen trotz der Blenden erkennen könnten, ob sich jemand in der Loge aufhält oder nicht, wird dieser Raum mithilfe von Trennwänden in der Form zweier rechtwinkelig aufeinander stoßendern Kreisdurchmesser im Viertel aufgeteilt. … Die Türen dieser Trennwände könnten das Durchscheinen des Lichts ermöglichen, wenn sie offen gelassen werden. Um dies zu verhindern, kann nach Wunsch jede Trennwand geteilt werden, wobei die eine Hälfte derart neben die andere gestellt wird, dass eine Öffnung von der Breite einer Türe freibleibt.
(Jeremy Bentham)


Das Grimmsche Wörterbuch erklärt den Begriff hermetisch als Wortschöpfung, die sich auf Hermes Trismegistos bezieht und die angeblich von ihm erfundene Methode, Glasröhren luftdicht zu verschließen. Doch endigt der Eintrag eben dort mit einem Dichterwort von Gottfried August Bürger, dem Autor des Münchhausen, und zitiert diesen:

es ist geist, so rasch beflügelt,
wie der spezereien geist,
der, hermetisch auch versiegelt,
sich aus seinem kerker reist.

Dass wir es nun mit Kerker und Zelle sowie hermetischen Raum mit antithetischen Begriffen zu tun bekommen liegt auf der Hand. Warum man diese aber hier zusammenbringt, ohne sie dialektisch aufheben oder versöhnen zu wollen, mag dem einen oder anderen merkwürdig erscheinen.
Solches verdankt sich aber schon wiederum zweierlei: Einerseits dem Einfluss einer gewissen psychoanalytischen Herangehensweise, vornehmlich geprägt durch die Londoner Schule. „One must cast a beam of intense darkness so that something which has hitherto been obscured by the glare of the illumination can glitter all the more in that darkness.“ Und anderseits ist es eben eine vornehme Aufgabe, sich und sein Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen oder davon zu berichten, wie der Wolf das Pferd von hinten angreift, auffrisst und dann – in dessen Geschirr steckend – die Aufgabe des Pferdes übernimmt und uns nach St. Petersburg bringt.
(Andreas L. Hofbauer)

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Lecture given by Christian Welzbacher and Andreas L. Hofbauer 2013 for Wonderloch Kellerland in course of an exhibition called THE HERMETIC SPACE I. (All photographs by Wonderloch Kellerland; shown art pieces on this page by Markus Selg, René Luckhardt and Dieter Roth).


Get the volume at Matthes & Seitz Berlin

Anima ragionevole e beata

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Every blessed and prudent soul is veiled. The bodily spirit is a garment (indumentum), covers like a peplos.

Das seidenverhangene Nirgend
widmet dem Strahl seine Dauer,
ich kann dich hier
sehen.

(Paul Celan)

Illumination: Cesare Ripa, ICONOLOGICA (Rome 1603)

Dawn of the Hermetics II (aka Ordered by Dancing Leeks)

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Pics by René Luckhardt, Andrew Gilbert & Bettina Sellmann. Bar Babette / Berlin / January 2013. The new Hermetics forthcoming by night.

Backdrop and Lock-up [Panoptikum]

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Im Panoptikum, Jeremy Benthams idealem Gefängnis- und Erziehungsbau, werden die Deliquenten permanenter Überwachung durch einen Aufseher unterzogen, der im Mittelpunkt eines runden Gebäudes mit strahlenförmigen Trakten sitzt. Aber zu welchem Zweck? Als Begründer des Utilitarismus und Anhänger des Wirtschaftsliberalismus war Bentham davon ueberzeugt, dass der Kapitalismus der wahre Schlüssel zum Glück des Menschen ist – und nichts anderes als den Weg zum Glück wollte er mit dem Panoptikum jedem Menschen ebnen.

Jeremy Bentham
Das Panoptikum
erstmals aus dem Englischen übertragen von Andreas Leopold Hofbauer

hg. von Christian Welzbacher
mit Essays von Michel Foucault, Henry Sidgwick, Christian Welzbacher und Andreas L. Hofbauer

Berlin 2013
212 Seiten, Hardcover, zahlr. Abb.
ISBN 978-3-88221-613-4


Verlag Matthes & Seitz Berlin

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Pics: Still from Marcel Broodthaers’ movie Figures of Wax (16 mm, 15. min., London 1974) and a piece from his storyboard for the same film

Dawn of the Hermetics (upcoming)

DAWN of the HERMETICS

26. Januar 2013 ab 19.00. Art, Screenings, Music at Bar Babette.
Andrew Gilbert, René Luckhardt und Andreas L. Hofbauer werden dazu Musiken aus den Dunkelkammern ihrer Hirnschächte zu Gehör bringen. Von weißen Walen und schwarzem Schnee, von Narren und Göttern, “Spinette der Finsternis” und Elysien des heraufsteigenden Lichts; Kandy Kolored Klowns, Lauchstangen und die Extasen des Eros. Eklektische und synkretistische Vision, gegossen in Sound.

DAWN of the HERMETICS verso

Höhlen (ein Nachtrag)

Höhlen und Ateliers haben einiges gemeinsam. Materialisierte Träume quälen sich durch ihre Nahtstellen ans Licht. Anderes wieder will sich durch diese Engpässe zurück ins Dunkel verflüchtigen. Das interessiert die Psychogeografie. Ja es könnte gar scheinen, als sei noch die „Himmelswölbung das Inn’re eines ungeheuren Schädels und wir darin seine Grillen!“ (Grabbe) Merkwürdigen Funden ist also nachzugehen. Adolf Hitler zum Beispiel schätzte das Portrait seines Schädels nicht, den Josef Thorak in Bronze goss. Letzterer meinte dazu später: „Er hat die mangelnde Ähnlichkeit gerügt. Aber ich bin kein Porträtist. Ich habe sie künstlerisch geformt und die Charaktermerkmale des Kopfes hervorgehoben. Das waren die Kauwerkzeuge.“

Andreas L. Hofbauer for the Bairishe Geisha “Ik spek Menkenspak”

Dandy as Landscape (Cool aussehen! out now)

“Betrachtet man den Dandy aus der Nähe, sieht man ein nervöses Blatt der Espe (populus tremula) aus der Familie der Pappeln, tritt man jedoch zurück, dann sieht man die Wälder und Landschaften der Domäne von Arnheim – oder ein mehrstöckiges Parkhaus neben den Wohnanlagen, hoch über dem Strand.”


“Der Dandy als Landschaft” von Andreas L. Hofbauer ist in Diana Weis’ “Cool aussehen! Mode & Jugendkulturen” erschienen. Pic by Stefan Armbruster, Fashion: Djlettantes

“Die Garderobe hat so unauffällig zu sein, dass man jederzeit mit einem Bankkassier verwechselt werden kann, oder so schrill, dass sich die Splitter ihrer Explosion ins Auge des Betrachters senken. Im Konsum von Rausch- und Genussmitteln hat er Maß zu halten (er weiß, wie viel er verträgt) oder sich ständig trunken zu machen, dabei aber exotischen Substanzen den Vorzug zu geben (was freilich bedeutet, dass das Laudanum von heute Heroin heißt und es den Dandy nicht nur schlank hält, sondern auch dem je eigenen Ideal von der Heldin näher bringt). Äußerste Spannung bis hin zur Hysterie gesteigert (dünnes und zugleich extrem gespanntes Nervenkostüm) und vollendete Coolness der Pose. Idiosynkratischer Quell von Bonmots oder Anspielungs- und Zitierapparat.”

This “Alphaville” ought to be called “Zeroville”! (Lemmy Caution)

“No scene really leads to the next, all scenes lead to each other. No scene is really shot out of order. It’s a false concern that a scene must anticipate another scene that follows, even if it’s not shot yet, or that a scene must reflect a scene that precedes it, even if it’s not shot yet, because all scenes anticipate and reflect each other. Scenes reflect what has not yet happened, scenes anticipate what has already happened. Scenes that have not yet happened, have.” (Vikar – with K – channeled via Steve Erickson.)

Upcoming: THE GOLDEN AGE – ctm.13

CTM.13 – The Golden Age – video trailer from DISK-CTM on Vimeo.