A Situationist Play For The Inner City of Madrid

Andreas L. Hofbauer contributes to Andreas Templins HELL IS COMING / WORLD ENDS TODAY (online publication)

(Photo by Douglas Voisin)

Die Geherin / The Walker

Nur den Niedertritt konnte man hören, nicht das Aufheben des Fußes. Beim Hören ist eine Lücke nötig, eine ganz kleine Pause. Hier erstirbt der Ton. Beim Sehen des Perpendikels gibt es einen Ruhepunkt für den Perpendikel, wo seine Bewegung umdreht. (Friedrich Nietzsche)

Räume und Architekturen formen. Schrittweise werden Körper mit Informationen versorgt, die sich aus Physik und Geschichte der jeweiligen durchquerten Orte speisen. Die „Geherin“ macht Kraftfelder, die auf jeden einzelnen einwirken, synästhetisch sichtbar. Vergangene Ereignisse werden wachgerufen, Orte, Szenen und Schicksale erinnert, Visionen für Zukünftiges entworfen. Sie ist Motor einer Plastik, die das Soziale physiologisch begreift und Geschichte fortschreibt. Psychogeografie.

if you die in your dreams, your life will be free of worries

Mag auch der Titel [if you die in your dreams your life will be free of worries, 2005, photographies of a model for an installative work] sich auf traditionelle Glaubensinhalte sibirischer Nomaden beziehen: In unseren und für unsere Traumbilder sind wir längst schon gestorben; oder besser: Die Bilder betrachten uns von nun an als ihre Hinterbliebenen. Im so genannten Leben hat sich die Sorge verflüchtigt. Doch in freier Anspielung an eine Sorge, die einmal die eines Hausvaters gewesen sein mag, dessen Erbe wir allemal mit uns weiterschleppen, insistiert unausgesprochen die Gewissheit, dass alles was stirbt zuvor eine Art Ziel verfolgte, also eine Art Tätigkeit gehabt hat, an der es sich im Lauf der Zeit zerrieb. — Somit ist dann auch die Vorstellung an ein solches Überleben (sur-vivre ) der Bilder eine fast schmerzliche.

Andreas L. Hofbauer for Andreas Templin (2005-2007)

No Hopper!

Soundtrack for the work of Andreas L. Hofbauer since years.

No resurrection without Alexander Christou!

(Photo: Kristina Loos)

Stofferotik – Erotics of Fabric


Slideshow and reading

The author Andreas L. Hofbauer for Pecha Kucha Berlin (# 16) at Festsaal Kreuzberg Berlin/ December 15th, 2009.
Many thanx to Laura López Paniagua for sampling and choosing the pics with me!

Über Zeugen und Zucht aka horse, missing (Videos und Slideshow)

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Slideshow

Videos coming soon!

Special thanks to Mario Itirasaka (Camera and Editing) and Kathrin Dollinger (Production)

4.2.7

Über Zeugen und Zucht aka horse, missing (Text)

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Frage :
Also ich gestehe ganz offen, dass mir die Parallelisierungen und Verschiebungen, die Sie hier vorbringen immer rätselhafter werden. Trotzdem: Was hat es denn nun mit diesen Pferden auf sich, die Sie uns hier beständig vor Augen führen?

Andreas L. Hofbauer :
Ja nun – die Pferde. Soviel gäbe es dazu zu sagen, wozu ich aber keine Zeit finden werde. Pferde sind ja Tiere die das Weite suchen. Keine Höhlenbewohner. Deshalb drängten sie sich mir auch auf in diesem Zusammenhang auf oder ich ließ mich auch von ihnen mitreißen. Zähmung, Domestizierung und Zucht – an sich schon erstaunliche und bemerkenswerte Gebiete – ließen sich hier ausmessen. Wie ein roter Faden zieht sich vor allem durch die totalitär-ideologische Kunst das Bild des gebändigten Pferdes. Selbst noch das “springende Pferd” Thoraks hat noch etwas von gewaltsamer Zähmung und Zügelung an sich. Dioskuren führen allüberall die Rosse, zwingen sie in Façon.
Doch ich will mich gar nicht darüber verbreitern. Und ich kann mich hier auch nicht auf die schrecklichen weißen Pferde aus den Alpträumen von Kubins Anderer Seite einlassen, welche die Nachtseite der Domestikation sind oder auf die Pferde aus John Hustons Film Misfits, in denen sich eine blonde Marylin Monroe am Ende selber erkennt. Es mag das Bild Johann Heinrich Füsslis in diesem Zusammenhang genügen, welches Sie hier sehen können. Eine Kopie desselben Bildes hing schließlich auch im Behandlungszimmer Sigmund Freuds in der Berggasse. Was vom Vergleich, das Ich verhalte sich zum Es, wie der Reiter zum Pferd zu halten sei, überlasse ich Ihnen. Was es hier also zu bändigen gab und worüber man sich dabei hysterisch täuschte, welche Rosstäuscherei also in der Tat im Gange war, kann nur an anderer Stelle ausgeführt werden.


Andreas L. Hofbauer (2009) about some manoeuvres of Josef Thorak, lecture-performance in Munich 2009 for the stage productionIk spek Menkenspak

Soñando Soñar – Dreaming to Dream

All_that_falls_has_ wings

Ingeborg Bachmann evoca en su “Das Spiel ist aus” (“El juego ha terminado”), cuyo origen se encuentra en su ciclo de poemas titulado “Anrufung des grossen Bären” (“Invocación del gran oso”), una zona temporal difícil de determinar. Alcanza su clímax en el verso “Jeder, der fällt, hat Flügel” (“Todo aquel que cae tiene alas”). No es ésta una visión desde un punto de vista romántico, prelapsario, del paraíso. Pero tampoco designa el destino final de los mortales, que esencialmente son ángeles, pero que son finalmente aniquilados, en todo caso. Designa un período de espera, un tiempo entre tiempos, otorgando un tiempo (como lo hace un sueño, por ejemplo), que nadie puede asir.

En los cuadros de Laura López Paniagua nos adentramos en un dominio que se cierra sobre su modo temporal y su estado emocional. Pero aquí no es ya la perspectiva y visión humana lo importante. (No es de extrañar que titule uno de sus cuadros “All that fall have wings”). All (todo/s)- la Vía Láctea y los caballos ciegos, la luna y la superficie de un mar nocturno, ramas y plantas – todo se halla atrapado y sumergido en una imprecisa luz sombra. Todo parece estar esperando algo, en una especie de calma, congelado, pero también en actitud noble. En cualquier caso, uno llega pronto a la razonable sospecha de que no hay nada que esperar. Nada emergerá. Más allá, uno puede tener la impresión de que todas éstas son imágenes de desapariciones que ocurrieron tiempo atrás. No se trata del proceso de abrasión fotográfico, que deja a su paso las trazas de sus ascuas. Esbozos ciertamente tiernos, pero no por ello menos precisos, de momentos fugados de las cosas. En estas extrañas estancias de ausencia y carencia brilla la luz siniestra del anochecer que no conocerá el alba. Nos transportan las pinturas a un mundo que está a punto de olvidarse a sí mismo.

Entre las ramas y las hojas, entre los patrones superpuestos en papeles y sábanas (recordatorio y reminiscencia de un palimpesto perdido), entre líneas fragmentadas y frases de un lenguaje precario, a tientas, flotando sobre agua marina negra como la noche, y bajo una luna iridiscente, los dibujos mantienen vigilia. Porque “sueño” no es dormir; el sueño es el centinela (del dormir/ que duerme) –soñando.

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Ingeborg Bachmann evokes in her „Das Spiel ist aus“ („The Game is Over“), which finds its origin in the cycle of poems entitled „Anrufung des großen Bären“ („Invocation of the Great Bear“) a time zone, which can hardly be determined. It reaches its climax with the verse „Jeder, der fällt, hat Flügel“ („Each one that falls has wings“). This is not a vision from a romantic, prelapsarian point of view of paradise. But it also doesn’t designate the final destiny of mortals, that are essentially angels but get annihilated in the end anyhow. It designates a waiting period, a time between the times, giving time, like a dream does for example, no one can grasp.

In the paintings of Laura López Paniagua, we enter a realm that closes in on this time-mode and mood-status. But here, it is no longer the perspective of human beings and their views what is important. (No wonder that she calls one of her pictures „All that fall have wings“.) All – the Milky Way and the blind horses, the moon and the surface of the night sea, branches and plants – all is caught and sunk in a imprecise shadow light. All seems to be waiting for something, in a kind of calm, frozen, but also noble, attitude. However, one soon gets the reasonable suspicion that there is nothing to wait for. Nothing will emerge. Furthermore, one could get the impression that all these are images of disappearances which happened long ago. Not the acidic burning-in of photographs, which leave behind their ember traces. Rather tender, but not for this less accurate sketches of departed moments of things. In these strange rooms of absence and lack, shines the sinister light of dusk, which won’t know the dawn. The pictures themselves carry us to a world which is about to forget itself.
In-between the branches and leaves, between the superimposing patterns on the papers and sheets (reminder and remainder of a lost palimpsest), between the fragmented lines and sentences of a precarious groping language, floating over the seawaters black as the night and beneath an iridescent moon, the pictures keep watch. Because dream is no sleep, the dream is the sentinel of/at sleep – dreaming.

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Villa dei Misteri (freeze frame)

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… Einst erzählte man sich, dass die Bilder nicht allein Realität zeigen, sondern diese formen. Dass das Sehen eine Wahrnehmungsdimension unseres Daseins wäre; ja dass das Bild uns zuweilen wirklicher schiene, als all der angeblich begreifliche und unvermittelte Umgang mit irgendwelchem Material …

… Wo die Kamera den Tod bei der Arbeit filmte (Cocteau), da zerlegt nun der Pixel-Rechner seriell das vorgebliche Leben. Die Sehmaschine ist integraler Bestandteil eines Zielsuchkopfs, der in zerstörerischer Absicht das Terrain sondiert. Mit kalter Gier gleitet er über die Kopfgeburten, die mit eisernen Geburtszangen dem Schicksal des Über-Lebens ausgesetzt werden. Sein Traum ist das Greuel in seiner orgiastischen Pracht. In einer Art psychischem Wundstarrkrampf windet sich auch in diesem Kopf noch eine Erinnerung, die nichts mehr zu erinnern vermag; dennoch auch nicht vergessen kann. Er lagert immer wieder Bilder aus, um sie erneut abzusuchen. Eingebettet ist dieser sich längst überlebt habende Sucher in seine schreckliche und lächerliche Inversion: es werden bloß Fiktionen gewesen sein, die die Illusionen von den Tatsachen hervorbrachten. Jeder Zielsuchkopf ist im Visier eines anderen Zielsuchkopfs.

… Dieses Theater war einmal ein Freudenhaus …

… Dieser Film wird kein Leben retten …

… Where are we? Well, I don’t know exactly …

… To be continued …

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Andreas L. Hofbauer for Ivan Stanevs Villa dei Misteri

Goya Adaptionen

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Seit etwa 4 Jahren setzt sich etwas in Bilder um, das anfänglich durch den Eindruck ganz anderer Bilder angestoßen wurde. Es waren Filmbilder. Zuerst aus Konrad Wolfs Goya, später dann solche aus dem Film von Carlos Saura. Und dann freilich Goyas Bilder selbst. Gesehen und immer wieder neu gesehen in fotografischen Reproduktionen aus Katalogen und Büchern, die sich in Petra Schramms Atelier zu stapeln begannen.

Ihre kontinuierliche Auseinandersetzung mit und ihre Sich-selbst-Aussetzung zu all diesen Bildern erfährt in dieser Ausstellung nun einen – so möchte ich sagen – Zwischenstopp. Denn dass hier etwas Serielles und Manisches zu Tage tritt, das seiner Fortschreibung harrt, ist wohl rasch einzusehen. Seriell jedoch nicht im Sinne abzählbarer Reihen und Manisch nicht im Sinne des Krankenbefundes.

Warum also Goya Adaptionen? Zuerst scheint auffällig, dass die Adaptionen im selben Medium bleiben. Bilder unterhalten eine Art Zwiesprache mit anderen Bildern, die schon vorher und anderswo zu sprechen begonnen haben. Selbstredend verfügen diese Bilder über unterschiedliche Verfasstheiten. So erweisen sie sich zum einen, wie schon gesagt, als kinematografische Einflüsse von Bewegungsbildern, ebenso sind sie aber auch Beeinflussungen von Reprografien malerischer Bilder aus Katalogen. Ein Vorgang übrigens, der sich auch ähnlich bei Francis Bacon finden lässt. Kompositorisch werden einzelne Elemente dieser Bilder (wobei es sich oftmals um ein Kompositum aus mehreren Elementen unterschiedlicher Bildern handeln kann) von Schramm aufgenommen und mit etwas verbunden, was ich hier, möglicherweise voreilig, subjektivistische Manier nennen möchte. Historische, persönliche, psychische, sexuelle und unbewusste Spannungen der Malerin strömen so über die Vektoren und Attraktoren, die diese anderen Bilder nun geworden sind in jene Bilder ein, die Sie hier sehen.

Dabei wird kein Fließgleichgewicht eingehalten oder aufrechterhalten, sondern zuweilen etwas pointiert hervorgehoben, anderes abgesenkt, wiederum anderes aus dem Spannungsverhältnis neu geboren … Das adaptive Moment wird so zu einer Übersetzungsleistung, die aber in keiner Papa-Mama-Sprache ankommen lässt, sondern Fremd-Werden verheisst. Sich also zugleich dem Kindischen zuwendet und sich von einer universalen Bild-Sprache verabschiedet. Das ist einer der bemerkenswerten Züge, den diese Adaptionen mit Francisco de Goyas eigenen Absichten teilen, hielt dieser doch nachgerade bockig an einer Idyoma Universal fest, während im Laufe der Jahre (beginnend aber schon bei den ersten stolz von ihm selbst gezeichneten, d.h. von ihm völlig unüblich zum Beispiel als „vom Maler Goya selbst entworfen“ unterzeichneten Tapisseriekartons) ein El Autor die Bühne betritt. Also nachgerade ein gespiegeltes Verhältnis, wobei Schramm Goya gleichsam von der anderen Seite her in die Arme läuft. In derartigem sich In-Einander-Verlaufen machen sich Bilder wechselweise beredt, oder sie lernen aber so wenigstens selber zu stehen – oder zu laufen.

Man könnte nun noch auf einige Aspekte hinweisen, die Goya selbst als adaptiven Künstler in diesem Sinne herauszustellen vermöchten, vorallem seine Bezugnahmen auf die zeitgenössische Literatur einiger seiner Freunde, vor allem Leandro Fernándes de Moratín. Ein Gedanke, der oftmals verlorengeht, wenn man darüber nachdenkt, wie Goyas Werke von Künstlern wie Bunuel, den Chapman Brothers bis hin zu Clive Barker adaptiert wurden. In Ermanglung der Zeit will ich mich nun aber einem Einzelaspekt zuwenden, der meiner Ansicht nach in dieser Ausstellung besonders zum Tragen kommt.

Das Tier und der Sex.

In Petra Schramms Bildern erfährt Sexualität eine differenziertere Darstellung als bei Goya. Sind seine Darstellungen meist sarkastischer, zynischer oder offen sadistischer Natur, so verschränkt sich in Schramms Bildern eine meist gewaltsame Inbesitznahme oder Abwehr beider Geschlechter untereinander (oder aber eines menschlichen „Geschlechts“ und eines „Dämons“). An die Stelle einer sexuellen Bedrohung, die als Fundament geschlechtlicher Beziehung angesehen wird, tritt eine geschlechtliche Bedrohung sexueller Beziehungen, die allerdings offen läßt wer oder was, wen oder was bedroht (zuweilen mag man an Vergewaltigungen denken, dann jedoch wieder an auffliegende, aufglühende Frauenkörper …). Dies bringt eine Verletzlichkeit und deren Würde zum Aufschein, die dem kalten Erotismus Goyas wohl abgeht. Eine Verletzlichkeit oder gar Wunde des Geschlechts, das nun im Wortsinne die Gesellschaft in der Zeit (also: Säkularisierung) meint. Durch diesen wärmeren und virilen Zug entsteht eine Bejahung des Lebens (auch in der Verzweiflung eines Über-Lebens), die dem nihilistischen „Nada. Das bedeutet es“ aus den „Desastres“ Goyas gegenübersteht oder dies wenigst ergänzt. Dadurch zeigt sich eine spezielle Beziehung des Malerischen zum Fleischlichen oder Körperlichen an, deren sinnliche Spur durch den Malakt selbst im Bild geborgen wurde. Durch diese Bewegung wird auch das Tier in eine neue Position gehievt, die nicht länger nur eine illustrative Funktion für den pueblo, das Volk, besitzt oder in fabelhafter Form diesen versinnbildlicht. Gleichsam tritt hier nun eine Kreatur ohne Schöpfungsmythos in den Vordergrund. Und in solchem Schulterschluss zwischen Trieb, Schmerz und gesellschaftlicher Verzichtsleistung, gewinnt das sexuelle Streben eine neue profane Bedeutung. Menschen werden Tiere, Tiere werden Menschen. Dies ist zuweilen rührend, zuweilen komisch, zuweilen unheimlich. Ein Merkmal, das bei Goya klar zu kurz kommt, ist bei ihm doch das menschliche Vernunftwesen oder das rationale Menschenwesen immer der Endpunkt jedweder kritischer Anstrengung.

Und da ich nicht glaube, dass man hierbei nun mißverständlich an ein tierethisches Argument dachte, ist es eigentlich auch überflüssig auf die Anekdote hinzuweisen, dass Goya ja zum einen beinahe bitterlich den Zustand eines Jagdhundes beklagte, der ihm aus Saragossa nach Madrid übersandt wurde, jedoch den ganzen Weg neben der Postkutsche herlaufen musste, zum anderen seine Tierliebe allerdings auch Grenzen kannte, vorallem wenn es sich um jagdbares Geflügel oder sonstiges Getier handelte. Ganz zu Schweigen selbstverständlich auch von den Stieren bei der corrida.

Es durchzieht also auch eine geheime lebendige Fröhlichkeit die Bilder Petra Schramms. Das ist nicht zuletzt ein heiteres Antidot gegen die Dyspepsie gesellschaftlicher Verhältnisse. Francisco de Goyas Humor war etwas anderer Natur. Denn vergessen wir nicht, dass er dem schwarzen „Saturn“ in seiner „Quinta del Sordo“ täglich beim Essen ins Auge blickte (und dass Goya gerne aß wissen wir nicht nur aus der Höhe der Rechnungen, die ihm allein wegen Schokolade ausgestellt wurden), oder – sollte er auf der anderen Seite des Tisches gesessen haben – ihm dieser „Saturn“ mit seinen „Telleraugen“ unverwandt in den eigenen Suppenteller sah.

Speech, held by the author Andreas L. Hofbauer at the opening of Petra Schramms exhibition „Goya-Adaptionen“, 2004 at Ausstellungsmanufaktur Hertzer GmbH, Berlin

Cowboys on Dope

foucault

Andreas L. Hofbauer and a friend, wearing pieces of art by Andreas Templin, looking at a poster. Any correspondence to philosophy is purely accidentally.

(Photo: The Queen Mab)

second-hand experience / stormscene

… teuflisch kalt gegen den Wind zu reisen. Schöner Tag – freundliche Menschen.
Herman Melville, Tagebuch einer Reise von New York nach London 1849

Letzte Windmaschine vor der Schlacht!
Blixa Bargeld, Headcleaner

Geht es nach der Beaufort-Skala (begründet durch den späteren Knight Commander of the Bath Francis Beaufort der British Navy), dann sind die 120 km/h wie sie die Windmaschine Andreas Templins in dessen Installation „Sturmszene“ zum Einsatz bringt gewiss ein Sturm, gar ein Hurrikan. Zugleich stellt diese Windmaschine aber auch die Basis einer Simulation dar, mehr noch eines Simulakrums 2. Ordnung. Wieso das? Weil die Szene in die sich der Rezipient versetzt findet einem Filmset gleicht, in dem er/sie als Akteur oder Akteurin selbst zur Erfahrungsoberfläche wird. Ist jedwede Wahrnehmung notwendig Distanznahme (sonst ließe sich außer Rauschen und Brausen gar nichts erfahren und man ist deshalb eigentlich immer irgendwie im Auge des Orkans), so wird dies hier erhebend anschaulich gemacht, da ein vorgeblich reiner Naturalismus durch Verschränkung von Artifiziellem, Technisch-Akustischem und Maschinischem entlarvt wird. Dennoch bleibt diese Erfahrung jetzt nicht nur auf‘s Optische und Akustische (wie im Kino selbst) beschränkt, sondern erfährt einer Erweiterung dadurch, dass eine bestimmte örtliche Gegebenheit zum anderen Schauplatz des Drängens des Unmittelbaren verwandelt wird. Nichts weniger denn eine mise-en-scène und ein rite of passage im selben Zug. Ironie und Humor finden hier also ihre Anwendung als künstlerische Waffe und erstatten somit dem Sturm auch seine kriegerische Wortbedeutung zurück.

Doch nicht zu vergessen bleibt: Wir haben es hier auch mit einer wundersamen Äolsharfe zu tun! Denn schließlich: Wie der Wind heftiger hervorstößt,/ ein holder Schrei der Harfe/ Wiederholt mit zu süßem Erschrecken,/Meiner Seele plötzliche Regung;/ Und hier, die volle Rose streut geschüttelt/ All ihre Blätter vor meine Füße! (Eduard Mörike)

Andreas Templin Bild Blaue Nacht Kopie

Andreas L. Hofbauer for Andreas Templins installative work for the public space comissioned by the City Council of Nuremberg, Germany – stormscene (2005). This installation took place in a medieval pedestrian’s tunnel leading to the historical center of Nuremberg. A strong wind-machine of Munich filmstudios was placed in the beginning of the tunnel. The light was changed and a big soundsystem installed. With David Canisius of Deutsches Kammerorchester/ Yellow Lounge a selection of highly dramatic classical music was edited for this evening and replayed constantly. The visitors could pass through the tunnel and found themselves in the middle of a filmset-like “stormscene”. After passing through the tunnel they got handed a text written by Dr. Andreas L. Hofbauer, titled “second-hand experience”.

Zu zweit ist man weniger allein, zu viert ist man noch weniger allein

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Andreas L. Hofbauer together with friends gettin’ ready to attend Bianca Regls and Robert Munteans exhibition in Österreichische Botschaft Berlin 26. Oktober 2008 … Almdudler anyone?
(Photo: Theo Ligthart)